Schon seit einiger Zeit sind Resi und ich nicht mehr am gleichen Ort. Ich bin weggezogen aus Leipzig, nach Stockholm. Es ist jetzt Resis Leipzig und nicht mehr unser ... Ich werde die nächsten Jahre für meinen PhD in Stockholm verbringen. So aufregend wie es ist und so sehr ich auch die Stadt liebe, es gibt ein paar Dinge, die man erst einmal hinter sich bringen muss, damit man anfangen kann hier unbeschwert zu leben 😉

Also werde ich hier meine Erfahrungen teilen, was wie wo getan werden muss, damit man möglichst schnell die Bürokratie hinter sich lassen kann. Ich kann auch gleich schon mal sagen, mir ist das bei einigen Sachen besser gelungen als bei anderen.

 

Themen

  1. Personnummer
    - ohne die geht nichts
  2. Gesundheitswesen
    - wie lange wird es dauern?
  3. Swedish ID card
    - wichtiger als man so denkt
  4. Warteschlange fürs Wohnen

1. Personnummer

Ohne die geht hier wirklich gar nichts. Für gefühlt alles braucht man sie und wie mein Professor meinte als ich sie bekommen habe "Jetzt bist du also offiziell am Leben". Also schiebt das nicht auf, macht es sofort. Die Mühlen der Bürokratie drehen sich langsam und bleiben manchmal stecken.

Also sucht das nächstgelegene Skatteverket und spendet die Stunde dort. Wenn ihr, so wie ich, mit einem Arbeitsvertrag nach Schweden gekommen seid, bzw. mit der Aussicht auf einen, nehmt den Nachweis darüber mit. Das macht es sehr viel leichter. Und ihr braucht eine Adresse. Ihr müsst da nicht unbedingt wohnen, aber eure Post sollte da sicher ankommen können und sobald ihr eine Wohnung für längere Zeit habt, meldet die Adresse einfach flott online um.

Wenn ihr schon da seid und das Formular abgegeben habt, fragt nach der Form für die Krankenkasse. Das ist so ein anderes Problem hier, und die Mühle dreht sich wirklich langsam, 6 Monate langsam.

2. Gesundheitswesen

Sobald ihr die Personnummer in der Post hattet, füllt die Form für die Krankenkasse aus und schickt sie an folgende Adresse

Försäkringskassans inläsningscentral
839 88 Östersund

und dann heißt es abwarten. Ich habe nach drei Monaten angerufen, da war mein Antrag "in Bearbeitung". Der nette Herr am Telefon sagte mir zwar, dass das alles ganz toll aussähe und es keine Probleme gäbe aber warten muss ich trotzdem immer noch. Also wird das auch noch nichts mit der europäischen Gesundheitskarte, die man braucht, wenn man außerhalb von Schweden zum Arzt geht.

Update Januar 2019: Der nette Herr hatte gar nichts aufgeschrieben. Habe freitags nochmal angerufen und eine Frau am Telefon gehabt, die am gleichen Tag noch eine Bestätigung an mich geschickt hat und eine Woche später hatte ich meine EU Karte. Guter Tipp, in der Warteschleife 8 ist für englisch-sprechende Mitarbeiter.

Worüber ich mir viele Gedanken gemacht habe ist der Übergang von der deutschen zur schwedischen Krankenkasse. Ich hatte mit meiner (TK) einen regen Austausch darüber, dass ich woanders versichert bin, aber keinen Nachweis habe. Bei mir alles unwichtig, habe die deutsche weiter bezahlt und angerufen. Die zu viel bezahlten Beiträge wurden mir zurück erstattet. Dann musste ich nur noch die Karte zerstören, kein Stress also. Ich kenne sogar jemanden, der die Beiträge noch nach zwei Jahren zurück bekommen hat.

 

3. Schwedische ID card

Gleich im Anschluss könnt ihr euch hier einen Termin im Skatteverket machen um eure schwedische ID zu beantragen. Die braucht ihr für sowas wie Bank ID (eine Art der Ausweisung über euer Smartphone) und wird auch gerne bei der Paketabholung angefordert, weil es das Dokument ist, auf dem dein Name und deine Personnummer stehen. Die Beantragung ging bei mir recht flott mit Termin, ich musste eine weitere Form ausfüllen und wurde vermessen, dann wird noch ein Foto von dir gemacht und du bist wieder draußen. Eine Woche später kannst du dir die ID abholen, ohne Termin und für mich auch wieder mit kurzer Wartezeit.

Bevor ihr zum Termin geht, müsst ihr noch 400SEK überweisen, um die ID card beantragen zu können, in bar oder mit Karte vor Ort geht das nicht. Alle Informationen sind hier gelistet. Ich habe eine App für den Transfer genutzt, weil es genau 400SEK sein müssen und ich die horrenden Kosten meines deutschen Bankunternehmens umgehen wollte.

4. Housing queues

Bevor ihr nach Stockholm zieht und wenn ihr es schon länger wisst, dann ist es für euch Zeit, euch in die ganzen Warteschlangen für Wohnungen einzutragen. In Schweden wird gerne gekauft und nicht gemietet. Ergibt Sinn, wenn man weiß, man bleibt dort Leben für lange lange Zeit, für einen Kurzaufenthalt von 1-2 Jahren und gerade am Anfang vom Umzug ist das jedoch eher blöd. So leicht findet man dann nämlich gar keine Wohnung und vor allem bei bezahlbaren Mietverhältnissen wird es schwierig. Der Weg drum herum sind Warteschlangen für, ich nenne sie jetzt, gemeinnützige Wohnungen. Diese sind erschwinglich von der Miete her und haben meist gute Anbindungen. Vor allem für alle Studenten, die sich das hier durchlesen, ist das die Wahl, zum Beispiel für den PhD, einen langfrisitgen Mietvertrag zu bekommen.

Das Prinzip ist ganz einfach, je mehr Tage zu hast, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass du eine von den wenigen Wohnungen bekommst. Nur die Anzahl der Tage und dein Gehalt entscheiden darüber. Tage kannst du schon sammeln, wenn du noch nicht in Schweden bist, also trag dich ein! Eine der bekanntesten ist byggvesta.se, sie haben Wohnungen in verschiedenen Bereichen der Stadt und verschiedenen Größen. Vielleicht in der Nähe deines Arbeitsplatzes. Für Studenten ist natürlich das Studentenwohnheim die Wahl. Auch hier kannst du schon Tage sammeln, wenn du noch kein angemeldeter Student bist, 3 Monate, dann musst du deine Bescheinigung einreichen. Für diese Warteschleife musst du auch Mitglied der Student Union sein. Außerdem kriegt man mit der SU Mitgliedschaft auch die Tickets für die Metro sehr viel günstiger und andere Studentenrabatte.

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