Liebe Leute, ab heute gibt es eine neue Reihe, und zwar über ökologische Ernährung! Das Thema liegt uns beiden sehr am Herzen, wie ihr sicherlich schon bemerkt habt. Wir haben in den letzten Jahren Einiges ausprobiert, um uns in Leipzig und Stockholm gesünder und ökologischer zu ernähren.  Deswegen möchten wir hier in den kommenden Wochen eine kleine Serie von kurzen Artikeln veröffentlichen, in denen wir unsere Erfahrungen teilen. Hier kommt schon mal eine kleine Übersicht, sozusagen ein Teaser, was euch in den nächsten Wochen erwarten wird...

Ökologisch leben geht durch den Magen: Circa ein Drittel des ökologischen Fußabdrucks der Deutschen macht die Ernährung aus. Anders als die Wahl des Stromanbieters oder der Kauf eines Autos ist der Konsum von Lebensmitteln eine alltägliche Entscheidung: Wir müssen jeden Tag wieder auswählen, welche Lebensmittel wir einkaufen oder was wir im Restaurant bestellen. Zum hier essen oder mitnehmen? Lieber die Bio-Variante in Plastik oder das konventionelle Produkt ohne Verpackung? Hat das Obst überhaupt noch Saison oder wurde es vom anderen Ende der Welt importiert? Wie viel Wasser wurde zur Herstellung dieses Lebensmittels verbraucht? Was hat das Tier zu fressen bekommen? Auch wenn die Äpfel aus der Region kommen, wurden sie wahrscheinlich monatelang in einem Kühlhaus, das den Sauerstoffgehalt der Luft reguliert, gelagert. Die Liste kann man noch lange weiterführen.

Und ganz schnell bekommt man das Gefühl, dass man gar nicht die “richtige” Entscheidung treffen kann. Oder, dass man dafür unglaublich viel Geld ausgeben muss. Sehr oft fühle ich mich mit dieser ständigen Entscheidung zwischen verschiedenen Alternativen, die alle gefühlt einen Nachteil mit sich bringen, überfordert. Ich finde es sehr verständlich, dass viele Menschen sich davon einschüchtern lassen und am Ende die einfache und vielleicht nicht sehr ökologische Entscheidung treffen.

Es gibt aber einige Alternativen zum “normalen” Lebensmittelkonsum und einige davon haben wir schon ausprobiert. Jetzt möchten wir unsere Erfahrungen damit teilen, und dafür vielleicht selbst noch ein paar Anregungen und Meinungen von euch lesen! Manche der Ansätze, die wir euch vorstellen werden, sind überhaupt nicht teuer, einige sogar gratis. Andere Möglichkeiten bedeuten allerdings schon, dass man mehr Geld für ökologischen Konsum ausgeben muss als man so aus dem normalen Supermarkt gewohnt ist. Aber jeder kann irgendwo dazwischen ein Mittelmaß finden, mit dem man persönlich sowohl ethisch als auch finanziell gut leben kann.

Indonesien brennt

In Indonesien werden jedes Jahr hunderttausende Hektar Regenwald illegal abgebrannt. Der Grund sind Palmöl-Plantagen. Um Platz für die Produktion von Palmöl und Akazien-Holz (für Papier) zu schaffen, werden die Feuer gelegt. Die Folge sind Rauchwolken, die man sogar mit dem MODIS-Instrument des NASA-Satelliten Terra sehen kann. In Deutschland findet man Palmöl in sehr vielen Produkten, z.B. in Seife, Waschmittel, Margarine, Brotaufstrichen, Süßigkeiten und Kosmetik. Auch in Treibstoffen wird es beigemischt. Der WWF hat einen guten Artikel zum Thema Palmöl-Boykott im Zusammenhang mit der Kritik an Nutella veröffentlicht. Das Fazit: Wir alle konsumieren jeden Tag Palmöl. Bestimmte Marken wie Ferrero zu boykottieren, hilft deswegen wenig. Als Verbraucher sollte man eher darauf achten, frische Lebensmittel, weniger Süßes und Fettiges und regional einzukaufen.

Genau darum soll es in den Artikeln dieser Reihe gehen: Möglichkeiten, frisch, regional und lecker einzukaufen, ohne sich Gedanken über die Luftverschmutzung in Indonesien und sterbende Orang Utans machen zu müssen.

Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi)

In Leipzig gibt es gleich mehrere dieser Projekte, in denen sich eine Gruppe von Menschen zusammenschließt, um regional und ökologisch Gemüse und/oder Obst anzubauen. Ein oder mehrere Gärtner tragen für den Anbau die Hauptverantwortung, werden aber von den anderen Gruppenmitgliedern durch Arbeitseinsätze und auch bei der Ernte und der Verteilung der Lebensmittel unterstützt. Der Ertrag wird zwischen allen aufgeteilt. Die Mitglieder finanzieren gemeinsam den Lebensunterhalt der Gärtner und die Kosten des Gemüseanbaus. Der Preis dafür ist in den Projekten von den Mitgliedern selbstbestimmt. Meist gibt es einen Richtwert, der allerdings schon zwischen 70 und 100 € pro Monat (je nach Angebot und Größe des Projekts) liegen kann. Was jeder am Ende bezahlt, ist flexibel geregelt. Oft zahlen manche Mitglieder mehr, damit andere die Lebensmittel billiger bekommen können – solidarische Landwirtschaft eben.

Lebensmittel retten

In dieser Rubrik habe ich gleich ein paar Angebote zusammengefasst. Der Verbrauchermarkt findet jeden Samstag an der Arena in Leipzig statt. Dort werden sehr billig die Lebensmittel verkauft, die ansonsten am Wochenende in den Supermärkten weggeworfen würden. Foodsharing ist eine richtig tolle Sache! Viele kennen die Facebook-Gruppen, aber es gibt eine richtige Organisation mit Online-Portal, in dem man sich für die Abholung übrig gebliebener Lebensmittel bei Supermärkten und Restaurants anmelden kann. Oft gibt es mehr, als man tragen kann.

Marktschwärmer

In den Marktschwärmer haben wir uns irgendwann letzten Sommer verliebt, als wir noch zusammengewohnt haben. Damals haben wir uns ein bisschen gemeinsam durch das reichhaltige Sommer-Sortiment probiert. Außer Gemüse gibt es auch Milchprodukte, Honig, Senf, Brot und Brötchen, sowie Produkte, die man in einfachen Supermärkten vergeblich sucht – vegan Fudge oder Wollschweinleberwurst, anyone?

Und wenn ihr schon bestellt, vergesst nicht den Ziegenfrischkäse, der ist himmlisch!

Die Preise sind zwar gehoben, aber man bekommt dafür garantiert Lebensmittel aus der Region mit dem kürzestmöglichen Transportweg. Und man kann flexibel jede Woche neu entscheiden, ob, was und wie viel man abnehmen möchte.

Also freut euch mit uns auf die kommenden Wochen und viele spannende und leckere Ausflüge in gesunde und ökologische Projekte in Leipzig und Stockholm! Wir werden die Links in diesem Artikel natürlich updaten, wenn neue Beiträge dazugekommen sind.

Alles Liebe von Roxi und Resi ♥

Posts, die bisher in dieser Serie veröffentlicht wurden:

 

Die Bilder in diesem Beitrag sind von uns, Pablo García Saldaña und Toa Heftiba on Unsplash und NASA. Informationen zum Teil aus "Die Menschheit schafft sich ab" von Harald Lesch und Klaus Kamphausen.

 

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