Egal wie sehr ich es versuche, ab und an endet Essbares bei mir daheim im Müll. Oft wenn ich aufbreche zu Reisen oder einfach etwas im Kühlschrank vergessen habe. In Zeiten, in denen wir jedes Gramm unseres ökologischen Fußabdruckes hinterfragen, ist food waste eines der Themen, die man nicht nur für sich selbst gut umsetzten kann, sondern auch in der weiteren Umgebung.

Unterm Strich rettet man nicht nur Essen, sondern man spart auch noch Geld und probiert neue Rezepte.

In Deutschland gibt es in fast jeder Stadt Foodsharing-Stationen, Fairteiler, man muss sie nur finden. Aber auch in unserem geliebten Smartphone ist es angekommen. Too good to go oder auch Olio sind zwei der Apps zur Vermeidung von der Verschwendung essbarer Lebensmittel.

Ich möchte euch ein bisschen etwas über Olio erzählen. Ganz subjektiv von meinen eigenen Erfahrungen.

Das Prinzip von food sharing

Im Juni dieses Jahres bin ich Olio beigetreten, diese App ist die größte aktive in Stockholm (soweit mir bekannt) und anstatt einfach nur zu surfen und essen zu retten, bin ich ein Freiwilliger geworden. Sprich, ich habe mich dazu verpflichtet einmal pro Woche von einer Bäckerei in der Nähe meiner Wohnung die Reste abzuholen und anschließend online zu stellen und mich mit Abnehmern zu treffen.

Das Prinzip ist wirklich denkbar einfach, man fährt hin, sagt man kommt von Olio und kriegt die Reste in die Hand gedrückt, dann fährt man heim, gibt einen kurzen Report wie viel es ist an die Gruppenleitung und fängt an die Sachen zu fotografieren und online zu stellen. Irgendwann trudeln Nachrichten ein von Leuten, die gerne Essen abholen würden, und man trifft sich zur verabredeten Zeit am verabredeten Ort und übergibt das Essen. Man bittet immer darum, dass der andere eine Tüte oder Box dabei hat, um Verpackungsmüll zu reduzieren.

Auch wenn ich am Anfang gesagt habe, dass ein Spot mir vollkommen reicht, bin ich nach und nach in mehreren Organisationsgruppen gelandet, da ich als Radfahrer ein gutes Backup bin. Backup ist immer dann von Nöten, wenn jemand krank wird, es verpeilt oder der Laden einfach früher/später schließt. Diese organisatorischen Aufgaben laufen über WhatsApp-Gruppen für jedes Restaurant, Café oder Bäckerei, die teilnehmen.

Olio hat ein nettes Prinzip dir immer mal zwischen durch zu sagen, wie viel Essen du gerettet hast, mit wie vielen Leuten du schon Essen geteilt hast und wie viel Wasser du sparst. Diese Werte beruhen natürlich auf Statistiken und entsprechen nicht wirklich der wahren Werten, aber man bekommt ein Gefühl dafür, wie viel Energie eigentlich in die Produktion geht.

Manchmal wird es als Volunteer auch anstrengend, wenn alle beschäftigt sind im Sommer und man praktisch durch die Gegend hetzt, aber man bekommt viel zurück. Nette Menschen und immer auch gutes Essen für einen selbst, denn natürlich darf man etwas von dem, was man abholt, behalten. Mein Gefrierschrank ist nun gut gefüllt mit Zimtschnecken für ein Frühstück mit Freunden.

Immer schwierig zu verteilen ist Brot. Man kann nur so viel davon essen, bevor es hart wird, und immer einfrieren will man ja schließlich auch nicht. Also habe ich letztens von einer anderen Freiwilligen Brot abgeholt und Paniermehl gemacht. Mein Vorrat ist aufgefüllt und ich konnte mehrere Leute um mich herum damit glücklich machen, dabei ist es so denkbar einfach und jeder kann es zu Hause machen.
Das hier habe ich mit meiner Küchenmaschine gemacht, aber man könnte auch einfach mit einem Nudelholz die Brötchen klein klopfen, oder man hat sehr viel Glück und eine Mandelmühle von der Oma daheim und dreht einfach alles schnell durch. Jeder Weg ist super, denn Paniermehl hält sich lang und wird immer mal gebraucht. Beim Selbermachen kann man auch schauen, was man hinein tun möchte. Ich mag es gerne gemixt mit Körnern und Graubrot, dann kriegt es etwas mehr Struktur als nur aus Weizenbrötchen. Eine andere Möglichkeit Brötchen und Brot loszuwerden sind natürlich Semmelknödel. Vielleicht dazu mehr später.

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